Letztes Wochenende waren wir mal wieder auf einem Dummyseminar. Die BZG Voralpenland hatte Kathrin Strehle als Trainerin eingeladen – das Niveau sollten gute Anfänger sein und ich hatte nur eine gute halbe Stunde zu fahren, das passte schon mal alles gut.

Am Samstag trafen wir uns dann morgens um 9 Uhr in den Isarauen beim Kloster Schäftlarn südlich von München. Es regnete in Strömen und das sollte bis ca. 16 Uhr auch nicht anders werden. Aber bekanntlich gibt es ja nur schlechte Kleidung (blöd, wenn man die hat). Zumindest war das Wetter dann am Sonntag weitgehend trocken.
Elmo war nicht nur farblich der Exot – außer ihm waren es nur Hündinnen, 5 Flatcoated und 2 Labradors.
Das Seminar war echt spitze – Kathrin hat bei Anke Bogaerts gelernt und arbeitet demnach nach ihren Methoden. Wir begannen mit Markierungen und übten Doppel- und Dreifachmarkierungen, bei denen 2 Dummies hintereinander geworfen wurden (also vom Hund aus auf der selben „Geraden“ eins nach vorne und eins nach weiter hinten), dann gab’s „Vorans“ mit und ohne Verleitungen, verschiedene Übungen für den Sitzpfiff, für’s zurückpfeifen, wenn der Hund gerade noch sucht und für die Verstärkung des Suchenpfiffs, einen Walk-up mit 8 Hunden mit „Steadiness deluxe“-Übungen (Bälle). Eine kleine Suche an einem Wall, bei dem der Hund erst mal auf kurze Distanz durch 3 wartende Hunde (+HF) ins Suchengebiet vorangeschickt werden musste hatten wir auch. Ein rundum schönes Programm. Es wurden viele Fragen gestellt und beantwortet und für jeden gab’s wirklich auf den jeweiligen Hund maßgeschneiderte Tipps.

Elmo hat einige Aufgaben wirklich sehr schön gearbeitet und gezeigt, dass er einen tollen Style und Geschwindigkeit hat und er sehr gut markieren kann – aber wie immer zeigten sich so einige Baustellen. Dass er zum Startlaut neigt, wenn er im Konflikt ist, war für mich nichts neues, aber krass war es, als er jedes mal leise fiepte, wenn ich die Hand zum Voran runtergenommen habe. Das hatte ich so noch nie erlebt und war ziemlich frustrierend. In anderen Situationen ist dagegen leise gewesen (z.B. beim Walk-up). Und ich musste auch mal wieder feststellen, dass der Grundgehorsam durchaus auch noch verbesserungsfähig ist. Manchmal hat er echt peinliche Aussetzer… Helfer stürmisch begrüßen war einmal außerordentlich wichtig, da war egal was Frauchen da pfiff. Und das andere mal hatte ich nach einer schön gearbeiteten Aufgabe zur Belohnung einen Ball geworfen. Dann war ich für 3 Sekunden abgelenkt, weil Kathrin was sagte und als ich wieder nach Elmo schaute, konnte ich gerade noch sehen, wie seine Schwanzspitze in dem 20m breiten Waldstück verschwand, das unsere Trainingswiese von der Isar trennte. Pfiffe verhallten ungehört. Ich fand ihn dann nass und glücklich in der Isar mit dem Ball spielen (das war am Sonntag nachmittag, wo es schließlich stundenlang nicht geregnet hatte. Elmo fand, es wäre endlich Zeit sich mal abzukühlen). Alle anderen fanden das sehr erheiternd, ich dagegen fühlte mich, als würde mir demnächst der Dampf aus den Ohren kommen. Aber ich sag ja immer, keiner ist unnütz…

Ich hab einiges an neuen Ideen mitgenommen. Ich hab zum Beispiel bisher nie mit Markierstäben trainiert, wahrscheinlich einfach, weil die Leute, bei denen ich trainiert habe, die auch nicht verwendet haben. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das Konzept dahinter bisher nie ganz verstanden habe, ich dachte auch immer nur, was ist so sinnvoll dran, wenn der Hund lernt, dass er auf was weißes zulaufen muss? Dass man diese Hilfe dann natürlich wieder abbauen muss und sogar auch als Verleitung einsetzt, hab ich erst jetzt verstanden und ich glaube, dass es die richtige Methode für Elmo ist, denn bei Blinds haben wir schon noch ganz schöne Probleme. Ich denke, ein sorgfältiger Aufbau damit hilft uns auch bei seinen Startlaut- und Fiepproblemen, denn er ist vor allem dann laut, wenn er nicht genau weiß, was er tun soll. Außerdem muss ich die Grundstellung wieder verbessern – denn ihn vor dem Schicken noch mal zu korrigieren, weil er schief sitzt, führt halt oft auch zum Fiepen.

Viele Ideen also – mal schauen ob ich sie umsetzen kann. Gefühlt jedenfalls eine Lebensaufgabe…

Elmo war nach diesem Wochenende seeeehr müde (in den Kennel geht er immer nur, wenn er wirklich von der Welt nichts mehr wissen will – diesmal war er sogar noch fast den ganzen Montag da drin).

Elmo_Kennel