Ich wollte einfach mal ein bisschen aus unserem Alltag erzählen:

Nach wie vor geht er jeden Tag mit mir ins Büro und ich könnte mir keinen besseren Büro-Begleithund wünschen, denn er ist unglaublich brav. Er bellt nie, er ist zu jedem freundlich, der durch die Tür kommt (besonders wenn es Mitglieder seines Fanclubs sind), und wenn jemand kein Interesse an ihm zeigt, bleibt er halt liegen. Er ist halt an einer längeren Leine festgebunden, da ihm sonst schon jede Menge mehr oder weniger sinnvoller Dinge (liegt vermutlich im Auge des Betrachters) einfallen würden und es für mich einfach angenehmer ist, da ich sonst nicht konzentriert arbeiten könnte, wenn ich die ganze Zeit nach ihm schauen müsste (bei uns sind alle Bürotüren offen) – außerdem bin ich viel am Telefon im Gespräch mit Kunden, da kann man ja auch nicht einfach mal seinem Hund hinterherlaufen. Aber zeitenweise ist er auch leinenlos und meistens sorgt er dann irgendwie für gute Stimmung einige Stofftier-Werbegeschenke von Kollegen wurden jedenfalls schon entführt und stolz apportiert (einmal war’s sogar eine Ente…). Auch Mülleimer sind immer eine nähere Untersuchung wert…
Er bleibt problemlos auch mehrere Stunden alleine, wenn mal ein Meeting ist, aber wenn wirklich mal ein ganzer Tag verplant ist, kommt er in die Hundetagesstätte, das ist meist so 1-2 Tage im Monat und das scheint dort immer noch super zu klappen.
Auch unser oberster Chef meinte letztens, er hätte sich das ja irgendwie anders vorgestellt mit Bürohund, denn eigentlich würde man ihn ja quasi nie sehen oder hören. Ich weiß nur nicht ob er so begeistert wäre, wenn er ihn dann zwischendurch mal auf dem Schoß hätte.
Meine direkte Chefin hat im Sommer gewechselt und ich hatte ein bisschen Angst, dass der Hund bei der Neuen so als „Extra-Wurst“ gesehen wird, die Sorge war zum Glück unbegründet, denn sie mag ihn sehr.

Wenn wir mal nicht im Büro sind, ist er natürlich ein Energiebündel. Im Moment find ich’s tatsächlich nicht so einfach, ihm gerecht zu werden, in der Arbeit ist wahnsinnig viel zu tun, so dass auch die eine oder andere Überstunde fällig ist, daheim haben wir noch Umzugschaos und daher Arbeit en masse und die frühe Dunkelheit macht’s mir grad echt schwer noch Gassistrecken zu finden wo er richtig laufen kann. Also stehe ich halt jetzt früher auf und versuche morgens länger zu laufen und was mit ihm zu machen. Zumindest hat er seit dem Umzug nun aber wenigstens einen Garten und den genießt er wirklich sehr. Sein Berufswunsch ist eindeutig Landschaftsgärtner. Die Tulpen und Narzissen vom Vormieter brauchen wir im Frühjahr jedenfalls nicht mehr zu erwarten, die hat er sehr gewissenhaft alle ausgebuddelt…

Wir besuchen im Schnitt alle 2 Wochen eine Dummygruppe, da ist er allerdings mit Abstand der jüngste Hund und muss sich sehr in Geduld üben und viel zuschauen. Ich denke mal, er ist so ein Klischee-Toller, es gibt nur eine Geschwindigkeit: VOLLGAS! Und er hat auch sonst alles im Programm: Winseln, Einspringen, Startlaut… besonders Markierungen machen ihm da große Schwierigkeiten. Aber ich hatte letztens schon das Gefühl, dass es jetzt etwas besser wird. Ich lobe ihn viel, wenn er ruhig ist und wenn er laut ist, wird weggegangen. Vielleicht dämmert es ihm ja noch irgendwann.
Wenn ich alleine mit ihm übe klappt vieles sehr schön, insbesondere Suchen macht uns großen Spaß, das macht er sehr ausdauernd und selbstständig und gibt nicht so schnell auf.
Auch beim Einweisen machen wir Fortschritte, ich versteht nun so einigermaßen, dass er geradeaus laufen soll bis der Suchenpfiff kommt, auch wenn wir mal nicht auf einem Weg oder an einer Linie entlang arbeiten. Aber manchmal ist er einfach noch sehr abgelenkt und insgesamt könnte der Gehorsam besser sein (auch wenn er im Alltag für mich durchaus ok ist). Aber ich weiß auch, dass das meiste sicher an mir liegt, weil ich manchmal nicht konsequent genug bin oder einfach schlecht im Timing.
Dazu kommt sicher, dass er eigentlich nicht der Hund ist, mit dem man einfach mal unkontrolliert Ball oder Frisbee spielen sollte, aber wir tun es trotzdem (ich selbst setze das allerdings meistens als Belohnung ein). Meinen Mann kann ich eh nicht davon abhalten, der möchte einfach einen Hund, mit dem er auch mal toben kann und ich weiß zwar, dass es mir sicher einiges in der Dummyausbildung schwerer macht, aber schließlich ist der Hund ja kein Sportgerät und es ist es einfach nicht wert sich deswegen zu streiten. Hauptsache alle haben Spaß! Die einzige Bedingung ist, dass er still ist, sobald er einen Ton dabei von sich gibt, ist das Spiel zuende.

Auf jeden Fall habe ich an der Dummyausbildung großen Spaß und ich bin gespannt ob wir es jemals mal Richtung einer Prüfung schaffen…